Transparenz und Masse
Museumsbahnsteig, Hauptbahnhof Oberhausen


15 Tonnen Stahl im Schwebezustand? Unmöglich? Nicht im Hauptbahnhof Oberhausen! Das Kunstobjekt am Museumsbahnsteig des Ateliers Stark weckt Interesse, bei näherem Hinsehen folgt Erstaunen: Eine Stahl-Kokille von 15.000 kg Gewicht ruht in einem transparenten Glasblock. Großzügiges Sponsoring hat zur Realisierung der ungewöhnlichen Skulptur entscheidend beigetragen: Der Glasspezialist Johannes Rickert in Bocholt, ein Gesellschafter der UNIGLAS®, Montabaur, stiftete Arbeitszeit und Lohnkosten, das Material wurde von Pilkington kostenlos zur Verfügung gestellt.
Lebendiges Projekt
Schwerindustrie, Stahlproduktion und die Anbindung an das Eisenbahnnetz waren einst die wichtigsten Standortfaktoren in Oberhausen. Die stürmische Entwicklung der Stadt begann vor 160 Jahren mit dem Bau eines Bahnhofs der Köln-Mindener Eisenbahn. Der Stahl ist inzwischen Geschichte, die wirtschaftlichen Schwerpunkte haben sich gewandelt. Doch der Bahnhof ist bis heute ein wichtiger Knotenpunkt im Ruhrgebiet.
Nebenan, im Rheinischen Industriemuseum des Landschaftsverbands Rheinland, untergebracht in der ehemaligen Zinkfabrik Altenberg, ist mit dem Thema „Schwerindustrie" diese wichtige industriegeschichtliche Epoche des Ruhrgebiets und der Stadt beeindruckend dokumentiert. So lag es nahe, die Gleise 4 und 5 des Bahnhofs, nicht mehr benötigt und seit 1996 stillgelegt, in das Museum zu integrieren. Der Bahnhof, ein Symbol des Verkehrs und pulsierender Betriebsamkeit, wurde mit einem Ort der Geschichte und Rückbesinnung verbunden. Gleichzeitig funktioniert der Museumsbahnsteig, ein begehbares Kunstobjekt, als Scharnier zwischen der Stadt, dem Bahnhof und dem Industriemuseum.
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